Food-Blogs, Fashion-Blogs und Reise-Blogs gibt es viele  Parfüm-Blogs mit authentischen und aussagekräftigen Berichten bilden hingegen die Ausnahme. Der Brite Thomas Dunckley ist seit seiner Jugend in der Welt der Düfte und Parfüms zu Hause. Unter thecandyperfumeboy.com bloggt er über alte und neue Kreationen, Düfte der Stars und vieles mehr.

Anfang des Jahres gewann Dunckley den Jasmine Award 2013, den bedeutendsten Preis für Journalisten, die sich mit dem Thema Parfüm befassen. Wir sprachen mit ihm über seine Parfüm-Obsession, die schönsten Duftnoten und seine bevorstehende Hochzeit.

„Ich war geschockt, dass ein Parfüm so eigenartig riechen kann.“

Bonnyprints-Magazin: Du nennst dich selbst The Candy Perfume Boy und bist besessen von Parfüm. Wie kam es dazu?

Thomas Dunckley: „Besessen“ ist genau das richtige Wort. Ich liebe Parfüms wirklich und genau diese Liebe motiviert mich. Meinen ersten Streifzug durch die Welt der Düfte habe ich mit 16 Jahren gemacht. Da entdeckte ich das Erstlings-Parfüm Kingdom von Designer Alexander McQueen. Ich war geschockt, dass ein Parfüm so eigenartig riechen kann.

Mit dem Schreiben begann ich zunächst beim Twitter-Projekt meines Freundes Nick Gilbert. Seine Idee war es, in höchstens 140 Zeichen Duftresümees für die digitale Welt zu schaffen. Irgendwann wollte ich meinen Gedanken mehr Platz geben und mich dem Thema auf entspanntere Art nähern. Das war die Geburtsstunde von The Candy Perfume Boy.

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BM: Dein Blog besteht aus mehreren Kategorien wie der Scent a Celebrity Series oder The Candy Perfume Boy’s Guide to…. Was hat es damit auf sich?

TD: Für die Scent a Celebrity Series schaue ich mir an, wie sich meine Lieblingsstars in der Öffentlichkeit präsentieren, welche Charaktereigenschaften sie haben und so weiter. Dann stelle ich das meiner Meinung nach optimale Parfüm für sie vor. Das habe ich bisher schon für Björk, die Muppets und Nicki Minaj gemacht.

Unter The Candy Perfume Boy’s Guide to… widme ich mich meinen Lieblings-Duftnoten und präsentiere Parfüms, die man gerochen haben sollte, um einen bestimmten Inhaltsstoff wahrnehmen und bestimmen zu können.

„Die Stars haben selbst oft nur wenig Einfluss auf ihre Kreationen.“

BM: Es gibt unzählige Celebrity-Parfüms auf dem Markt. Welche kannst du uns empfehlen?

TD: Viele der gefürchteten „Celebuscents“ dienen leider nur dazu, schnell viel Geld zu verdienen. Die Stars haben selbst oft nur wenig Einfluss auf ihre Kreationen. Trotzdem gibt es einige gute Celebrity-Parfüms.

Die Schauspielerin Tilda Swinton hat zum Beispiel mit der Nischen-Marke L’État Libre d’Orange am Parfüm Like This zusammengearbeitet. Es riecht nach Ahornsirup, Kürbiskuchen und nasser Erde. Überraschend gut ist auch Madonnas Truth or Dare. Es riecht nach weissen Blüten mit einem Hauch von Marshmallow. Ausserdem bin ich ein absoluter Fan von Britney Spears’ Fantasy – eines der besten fruchtig-floralen Düfte.

„Der Fokus liegt in 2014 bei leichten, grünen, blumigen Düften.“

BM: Gibt es einen Parfümtrend 2014?

TD: In den letzten Jahren hat die Anzahl der vom Nahen Osten inspirierten Oud-Düfte bei den Luxus-Labels rasant zugenommen. Oud ist ein edler und holzig riechender Duftstoff mit beinahe animalischen Zügen, der aus dem Harz des asiatischen Adlerholzbaumes gewonnen wird. Im Jahr 2014 legen die Hersteller ihren Fokus allerdings auf leichte, grüne, blumige Düfte. Marken wie Carven, Bottega Veneta und Dolce & Gabbana nehmen diesen Trend auf.

BM: Erst kürzlich hast du den Jasmine Award für deinen Beitrag The Candy Perfume Boy’s Guide to Violet gewonnen. Herzlichen Glückwunsch! Kannst du uns sagen, was das Besondere am Veilchen ist?

TD: Vielen Dank. Den Award zu gewinnen war definitiv eines der Highlights in meinem Leben. Das Veilchen ist interessant, weil es so altmodisch ist. Auch wenn viele Marken und Designer vor dem erdigen und süssen Geruch zurückschrecken, erlebt das Veilchen aktuell ein kleines Comeback. Es gibt einige sehr moderne Parfüms, die diese Duftnote perfekt zur Geltung bringen. Der Duft Violet Tendencies von Smell Bent ist ein gutes Beispiel dafür. Er hebt die erdige Natur der Duftessenz wie kein anderes Parfüm hervor.

BM: Neben deinem Jasmine Award gibt es noch einen weiteren Grund zur Freude: Du wirst bald heiraten. Wir nehmen an, dass du mit deinem Verlobten mitten in den Hochzeitsvorbereitungen steckst. Seid ihr eher die DIY-Typen oder überlasst ihr die Organisation lieber einem professionellen Hochzeitsplaner?

TD: Vielen Dank für die Glückwünsche. Wir sind zwar gestresst, freuen uns aber riesig auf unsere Hochzeit. Das, was uns bisher am meisten Spass gemacht hat, war die Auswahl und Gestaltung der Einladungen und der Dekoration. Wir wollten alles selbst machen und haben uns daher gegen einen Hochzeitsplaner entschieden. Unser Thema für die Hochzeit sind Origami-Kraniche. Mit meiner zukünftigen Schwägerin, die sich mit Grafik-Design auskennt, haben wir ein Motiv mit zwei Origami-Kranichen im Harlequin-Muster in unserem Farbschema entworfen. Dieses Motiv wird auf allen Einladungen, Platzkarten und Gastgeschenken zu sehen sein. Selbstverständlich wird es bei unserer Hochzeit auch ein paar duftende Überraschungen geben.

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BM: Vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen dir und deinem Verlobten alles Gute.

Quellen: Bilder 1,2,3,4 : © Thomas Dunckley